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Wie du ganz einfach auf vegan umstellst: 7 Tipps, mit denen dir der Einstieg leicht fällt (Teil 1)

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In diesem Artikel möchte ich dir Teil 1, meiner Reihe: "Wie du ganz einfach auf vegan umstellst: 7 Tipps, mit denen dir der Einstieg ganz leicht fällt" vorstellen.

 

Ich höre oft die Aussage: "Also vegan leben, das könnte ich nicht."

 

Um das mal klar zu stellen, JEDER Mensch kann vegan leben. Es ist auch im Grunde genommen überhaupt keine große Sache, es bedeutet lediglich, auf tierische Erzeugnisse zu verzichten.

 

Wenn du dich bereits mit der Thematik auseinander gesetzt hast, hast du bereits schon den ersten und wichtigsten Schritt getan.

 

Sicherlich hast du schon viele gute Gründe erfahren, warum es sich nicht nur gesundheitlich für dich lohnt auf vegane Kost umzustellen.

 

Trotzdem möchte ich dich gerne einladen dir meinen Artikel durchzulesen, der sich gründlich mit der Thematik befasst und der dich sicherlich sehr motivieren wird endlich den Schritt zu wagen vegan zu leben.

 

Hier also nun meine Tipps, die ich für dich zusammengestellt habe, damit auch du die Umstellung auf vegane Ernährung schaffst: 

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1. Deine innere Einstellung: 

 

Wie bei jeder Umstellung, geht es vor allem darum alte Gewohnheiten zu durchbrechen, bzw neue Gewohnheiten aufzubauen. Dabei spielt vor allem deine innere Haltung eine entscheidende Rolle.

 

Gehst du mit dieser Einstellung heran: 

  • "Puh, das wird wirklich schwierig, kein Käse mehr, wie soll ich das bloß aushalten?"
  • "Ich weiß überhaupt nicht, wie ich anfangen soll."
  • " Ich kenne so gut wie keine veganen Rezepte, das Kochen wird jetzt bestimmt viel einseitiger werden."
  • "Wenn ich auf vegan umstelle, muss ich mich bestimmt total einschränken."

 oder mit dieser Einstellung?:

  • "Ich freue mich schon total darauf, Käse aus Cashewnüssen auszuprobieren. Vielleicht stelle ich sogar mal selber einen veganen Käse her."
  • "Ich fange einfach mal an, ich bin schon gespannt."
  • "Ich kann jetzt so viele neue Rezepte ausprobieren, gesünder leben und eine ganz neue kulinarische Vielfalt in der Küche entdecken."
  • "Ich freue mich darauf, mich auf das Abenteuer "vegan" einzulassen. Ich schränke mich nicht ein - im Gegenteil - mit meiner neuen Ernährungsweise, tue ich mir, den Tieren und der ganzen Welt etwas Gutes. Das ist etwas Schönes und hat nichts mit Einschränkung zu tun."

Du siehst, dies sind zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen. 

 

Wenn du Veränderungen mit Positivität, Freude und Neugier begegnest, gelingen sie nicht nur, du wirst auch Spaß daran haben. 

 

 

2. Küche ausmisten:

 

Zunächst einmal würde ich nach und nach alle Lebensmittel aufbrauchen, die nicht vegan sind. Wenn du sie nicht selber aufbrauchen möchtest, sammel alles zusammen und verschenke es an Freunde und Familie oder stelle es bei Foodsharing rein.

 

Lokale Facebook-Gruppen machen auch Sinn zum verschenken oder zum tauschen. Zum Beispiel: "Tausche Lebensmittel (siehe Foto) gegen Obst und Gemüse." Man findet nach und nach auch Überbleibsel wie Mayonnaise oder Fertigsuppen, die nicht vegan sind. Schmeiße bitte nichts weg, denn sonst haben die Tiere wirklich ganz umsonst gelitten.

 

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So sah einer meiner Großeinkäufe, hauptsächlich für Fertigprodukte aus - natürlich alles vegan!

 

3. Neue Lebensmittel-Grundausstattung:

 

Ich möchte dir unbedingt empfehlen, einmal einen richtigen Großeinkauf gleich zu Beginn deines neuen wundervollen Veganer-Daseins zu machen. Ich hab es leider nicht gemacht und hatte dann ständig das Problem, dass mir Lebensmittel gefehlt haben, die in veganen Rezepten immer wieder zum Einsatz kommen, also die zur Grundausstattung gehören. 

 

Meine Empfehlungen:

  • Gewürze, wie: Hackfleischgewürz und Geflügelgewürz, sowie Liquid Smoke. Sie sind vegan, sorgen aber dafür, dass wenn du z.B veganes Hack zubereitest, dass diese wie echtes Hack schmecken. Liquid Smoke verleiht deinem Gericht ein sehr intensiven, rauchigen Barbeque-Geschmack, somit ist es z.B. toll für Grill-Vleisch.
  • Salze, wie: Räuchersalz und Kala Namak. Räuchersalz verleiht deinem Gericht einen "rauchigen" Geschmack, wie z.B. bei Speck oder geräucherter Wurst. Kala Namak ist ein ganz besonderes Salz, es ist ein natürlich, geschwefeltes Schwarzsalz. Alles, was du damit würzt, schmeckt nach Ei! Also ganz wunderbar für Gerichte wie veganes Rührei oder Spaghetti Carbonara.
  • Hefeflocken. Sie sind ein All-Rounder und sorgen für einen käsigen Geschmack, ich benutze sie für alle weißen, cremigen Soßen, aber auch zur Herstellung von veganem Mozarella und Parmesan.
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  • Vegane Sahne und Kokosmilch. Man kann sie trocken lagern und somit gut vorrätig haben. Vegane Sahne (meistens "Cuisine" genannt) gibt es aus Soja, aber auch aus Hafer und Reis.
  • Gefrorenes Gemüse und Kräuter. Ich habe gerne Gemüse wie Blumenkohl und Kräuter wie Petersilie im Gefrierschrank, falls ich mal nichts Frisches da habe. So hat man immer ein "Notfall-Gemüse" da, falls man sich ein schnelles Curry oder Eintopf machen möchte.
  • Vegane Fertiggerichte. Ja auch Veganer leben nicht immer gesund und haben nicht immer Zeit. Ich habe immer ein paar Linsen- und Erbseneintöpfe im Schrank, sowie ein bis zwei tiefgefrorene Gerichte wie Frühlingsrollen, Pommes oder z.B. "Chilli con Quinoa" von Frosta. Es gibt mittlerweile ein großes veganes Sortiment, auch bei den Fertigprodukten.
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  • Reis, Nudeln & Co. Diese Sachen hat man in der Regel auch als Nicht-Veganer zu Hause und sie sind in der Regel ohnehin vegan. Achte darauf, dass in den Nudeln keine Eier enthalten sind. Ansonsten habe ich auch noch gerne Pseudogetreide wie Quinoa und Buchweizen zu Hause. Sie sind sehr gesund, sättigend und versorgen dich mit vielen Nährstoffen.
  • Hülsenfrüchte. Sie sind ein Muss in der veganen Grundausstattung. Mit ihrem hohen Eiweißgehalt und ihre Fülle an Nährstoffen wie Calcium, Magnesium, Kalium und Folsäure, um nur Einige zu nennen, gehören sie zu einer gesunden Ernährung und machen auch noch sehr satt. Dazu gehören unter Anderem: Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Bohnen und Erdnüsse.

4. Kochbücher: 

 

Ich habe besonders am Anfang meiner Ernährungsumstellung viel mit veganen Kochbüchern gearbeitet. Mittlerweile gibt es sie wirklich in Hülle und Fülle: schnelle Gerichte, regionale Gerichte, mediterran/japanisch/afrikanisch usw.  Fastfood, Raw-Food (rohvegane Küche), Kuchen- und Torten-Rezepte und noch Vieles mehr.

 

Für Anfänger würde ich besonders die Bücher von Atilla Hildmann,

"Peacefood" von Rüdiger Dahlke, sowie das E-Book: "Mc Veg" von Gabriele Lendle (wenn du die Bücher über diese Link bestellst, unterstützt du damit diesen Blog, ich danke dir.) empfehlen. 

 

Für die rohvegane Küche empfehle ich "Raw Soul Food" von Anton Teichmann, Julia Lechner.

 

 

Hier habe ich ein paar Gerichte zusammengestellt, die ich gekocht habe:

 

5. Foodblogs: 

 

Auch diese gibt es mittlerweile zahlreich. Wenn ich schon genau weiß, was ich kochen will, suche ich im Internet nach einem geeigneten Rezept und lande dann meistens auf eine der Foodblogs. Sie sind wirklich gut gemacht, mit schönen Bildern, tollen Anleitungen und auch Erklärungen zu den Produkten etc. Man kann die Foodblogger auch meistens direkt anschreiben, wenn man Fragen hat.

 

Besonders gefällt mir "Daily Vegan" von Sean Moxie, allerdings ist dieser Blog schon eher für Fortgeschrittene. Für Anfänger würde ich eher "Eat This" empfehlen. 

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Vegane "Pho-Suppe" beim Vietnamesen genießen... für den Einstieg kann man auch auswärts essen.

 

6. Setz dich nicht unter Druck:

 

Du musst nicht von heute auf morgen Veganer werden. Wenn du realisiert hast, dass eine pflanzenbasierte Ernährung für dich das Beste ist, dann ist das der wichtigste Schritt. Sobald du die Entscheidung gefällt hast, geht es um die Umsetzung.

 

Und hey, die ist nicht immer leicht! Gerade, wenn sich in deinem Umfeld niemand vegan ernährt, kann es zu anfänglichen Schwierigkeiten kommen.

 

Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch war, hatten sie immer nur normale Milch zu Hause. Ich vertrage keinen Kaffee ohne Milch, also hab ich ab und zu ein Auge zugedrückt und einen kleinen Schuss normale Milch genommen.

 

Mittlerweile kann ich das nicht mehr, weil ich einen Ekel vor normaler Milch entwickelt habe. Muss ich aber auch nicht, denn nach einer Weile hat meine Mutter, von ganz alleine, Hafermilch vorrätig gehabt. 

 

Gib dir und deinem Umfeld die Zeit, die es braucht.

 

Der Mensch ist so konzeptioniert, dass er an alten Gewohnheiten festhält und sich gegen Neues sträubt. Aus der Sicht deines Gehirns könnte deine neue Ernährung "unsicher" sein. Daher können Rückfälle geschehen. Wichtig dabei ist, dir keine Vorwürfe zu machen, denn das führt bloß zu Frustration und das wiederum könnte tatsächlich dazu führen, dass du aufgibst.

 

 

7. Lass dich nicht verunsichern:

 

Trotzdem ist es wichtig, dass auch wenn du hin und wieder einen Rückfall erleidest, dass du deinem Weg treu bleibst.  Viele werden auf dich einreden und dir Gründe nennen, warum eine vegane Ernährung nicht gut für dich ist.

 

Es gibt keinen einzigen Grund, der gegen eine vegane Ernährung spricht und man kann alle Argumente widerlegen.

 

Aber du stehst ganz am Anfang und wirst nicht immer sofort eine Antwort haben. Und das ist ok. Lass dich nicht verunsichern von den Leuten, die in der Regel entweder nicht gut aufgeklärt sind oder schlecht recherchierte "Mainstream-Artikel" gelesen haben.

 

Oftmals haben sie selber ein schlechtes Gewissen, manchmal sind sie sich dessen nicht einmal bewusst. Manche werden dich deshalb sogar verbal angreifen, sich über dich lustig machen oder dich verspotten. Logisch ist das nicht, aber der Mensch ist nicht immer logisch. Lass dich nicht auf Diskussionen mit Menschen ein, die nicht aufgeklärt werden wollen.

 

Mach dein Ding und lebe mit gutem Beispiel voran. 

 

Sei nicht missionarisch, aber kläre die Leute auf, wenn sie ein ehrliches und offenes Interesse an deiner Ernährung haben.

 

Konnten dir einige meiner Tipps, bei deiner Umstellung auf eine vegane Ernährung, weiterhelfen? Hinterlasse mir gerne ein Kommentar! Mehr Tipps werde ich für dich in Teil 2 zusammenstellen.

 

Wake up, when you´re dreaming!

eure Jamila

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Kommentare: 6
  • #1

    HPL (Dienstag, 14 August 2018 15:11)

    Super Tips :) die Bilder sehen sehr cool aus. Das Gericht oben rechts ist Rührei? Wie bereitest du das zu?

  • #2

    Seelensellerie (Dienstag, 14 August 2018 21:08)

    Hi HPL! Danke ;)
    Rührei (2 Pers.): Einen normalen Tofu mit der Gabel zerbröseln. Eine Zwiebel fein würfeln und alles was du noch gerne im Rührei hast, wie Tomaten oder Paprika. Zwiebeln (und restliches Gemüse) und Tofu in der Pfanne anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Dann einen Schuss Sojasahne (oder andere) dazu geben bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer und Kala Namak würzen und eine Prise Curry dazu (für die Farbe). Fertig!

  • #3

    HPL (Mittwoch, 15 August 2018 01:09)

    Perfekt, danke!!

  • #4

    ISABELLA (Mittwoch, 15 August 2018 17:39)

    Coole tipps.

  • #5

    Jessica Zwicker (Montag, 21 Januar 2019 21:51)

    Hallo =)
    Ich habe gerade deinen Beitrag gelesen. Er ist wirklich toll geschrieben und sehr informativ =)

    Ich stehe am Anfang und möchte in ein veganes Leben einsteigen, sammele Infos und Erfahrungen zusammen. Dein Beitrag hat mir sehr geholfen und mir noch mehr Motivation gegeben. Dafür möchte ich dir danken =)

    Lieben Gruß, Jessy

  • #6

    Seelensellerie (Montag, 21 Januar 2019 22:26)

    Vielen lieben Dank Jessy, das freut mich sehr! Fühl dich frei den Artikel gerne zu teilen, vielleicht motiviert es ja noch jemanden ;)

    Lg