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Plastik im Alltag (ohne Aufwand!) vermeiden - 7 Tipps

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Die Plastik-Problematik (Mikroplastik und zugemüllte Meere) ist gerade hochaktuell. Und auch mir ist schon lange aufgefallen, dass mein gelber Sack am Ende des Monats doch oftmals proppevoll ist. Deshalb habe ich mir vor einigen Monaten Gedanken dazu gemacht, wie ich Plastik im Alltag einsparen kann. Und zwar SO EINFACH UND BEQUEM WIE NUR IRGENDWIE MÖGLICH!

 

Darauf aufbauend habe ich schon grundsätzliche Tipps zum Sparen und nachhaltiger Leben für dich zusammengestellt

 

Grundsätzlich geht es vor allem darum Plastik einzusparen, der wiederkehrend, also im Alltag, anfällt. Denn dieser ist es, der am Ende den meisten Schaden anrichtet. Ich glaube nicht, dass wir grundsätzlich Plastik verteufeln müssen. Plastik ist ein weiter Begriff und es fallen viele geniale Erfindungen unter ihn. Es geht vielmehr darum ihn deutlich sparsamer und nicht für den alltäglichen Gebrauch einzusetzen. 

 

Ich bin alleinerziehend und habe wirklich viel um die Ohren. Deswegen muss bei mir alles so einfach und unkompliziert wie nur möglich sein. 

 

Ich habe wirklich gute Erfahrung damit gemacht, schnell und effektiv Plastik im Alltag einzusparen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Seit einer Weile macht es mir sogar richtig Spaß Plastik im Alltag einzusparen! Der Müll schrumpft und schrumpft und man ist schon ein wenig stolz. 

 

Hier also meine erprobten und äußerst unkomplizierten Tipps um Plastik zu reduzieren (zuerst als Video und dann in Textform):

 

1. Shampoo-Bits statt Shampooflaschen

 

Manchmal werden sie auch Shampoo-Seifen genannt. Diese Bits sind nicht flüssig und müssen daher nicht in Plastik-Flaschen verpackt werden. Man kann sie immer wieder verwenden.

 

Sie sind in der Regel auch bio, vegan und ohne chemische Zusatzstoffe. Und sie sind kostengünstiger als Shampoo aus der Flasche.

 

Gib deinem Haar aber auf jeden Fall ein wenig Zeit, sich an die neue Pflege zu gewöhnen. 

 

 

Du kannst sie in manchen Reformhäusern, im Unverpackt-Laden oder auch im Internet ergattern. 

wie plastik vermeiden?

2. Mehrweg vor Einweg.

 

Erinnert ihr euch noch? Früher gab es Lebensmittel wie Senf, Ketchup und auch Säfte nur in Gläsern. Heutzutage hat das Plastik dem Glas den Rang abgelaufen. Das liegt vor allem daran, dass sich mit Plastik eine Menge Geld verdienen lässt. 

 

Beim Einweg ist Glas aber Plastik vorzuziehen. Es hat eine bessere Ökobilanz. Daher schaue ich immer ob es, das was ich kaufen möchte, im Glas gibt.

 

Grundsätzlich ist Mehrweg dem Einweg vorzuziehen, da z. B. Glasflaschen bis zu 50 mal wiederverwendet werden können. Es muss also nicht neu produziert werden, was natürlich Ressourcen spart.

 

Bei Mehrweg hat tatsächlich Plastik eine bessere Öko-Bilanz als Glas. Zwar kann Plastik nie vollständig recycelt werden, aber das hohe Gewicht von Glasflaschen führt zu deutlich höheren Transportkosten. Der Nachteil ist allerdings das Mikroplastik, dessen Auswirkungen auf das Ökosystem noch gar nicht vollständig erforscht sind.

 

Deswegen kaufe Ich trotzdem meine Säfte in Flaschen und achte einfach darauf, dass die Säfte aus der Region kommen. Die findet man auch in normalen Supermärkten und natürlich im Biomarkt. Dadurch ist der Transportweg kurz und die Ökobilanz wieder besser.

 

Bei Wasser ist ein Soda-Stream oder einfach Leitungswasser ganz klar die umweltfreundlichste Lösung und schont auch noch den Rücken. 

 

Zusammenfassung:

  • Mehrweg ist umweltfreundlicher als Einweg.
  • Einweg-Glas ist umweltfreundlicher als Einweg-Plastik.
  • Mehrweg-Plastik ist umweltfreundlicher als Mehrweg-Glas.
  • Mehrweg-Glas aus der Region ist am umweltfreundlichsten. 
warum plastik vermeiden?

3. Die "Kein-Plastik-beim-Obst-und-Gemüse-Einkauf-Regel"

 

Ähm...bitte was? Neulich hatte ich eine kleine Erleuchtung.

 

Ich habe mich beim Einkauf total geärgert, dass egal, was ich gekauft habe, nahezu alles in Plastik verpackt war und es auch keine Alternativen gab.

 

Als ich dann aufs Laufband sah, fiel mir vor allem mein Obst und Gemüse auf, welches in Plastik verschweißt war. Grundsätzlich nehme ich Tüten und Beutel für mein Obst und Gemüse mit, aber vieles ist ja bereits in Plastik verpackt.

 

Ich dachte mir:  Ich möchte kein in Plastik verpacktes Obst und Gemüse kaufen, aber sowohl beim Brokkoli, als auch beim Blattsalat gab es keine einzige unverpackte Alternative!" Klar, im Bioladen stellt sich das Problem nicht, aber ich kann nicht immer zum Biomarkt fahren, da der einige Kilometer entfernt ist. 

 

Ich ärgerte mich so darüber, dass man nicht mal eine unverpackte Alternative angeboten bekommt. Soweit ist es schon gekommen,mit den Supermärkten. Man bekommt nicht einmal die Chance Plastik beim Einkaufen zu vermeiden .

 

Man wird gezwungen die Welt zu verschmutzen.

 

Nicht mit mir. Ich stellte mir einfach eine Regel auf:

 

Ich kaufe kein Obst und Gemüse mehr, welches in Plastik verpackt ist. Zack!

 

Man muss mal bedenken, bei wie vielen Lebensmittel es sowieso keine Alternative (auch nicht im Biomarkt) gibt:

  • das gesamte Aufstrichsortiment: vegane Wurst, Käse usw.
  • nahezu alle Tiefkühlfertiggerichte
  • alle Joghurts, egal ob Soja, Mandel, Hafer oder Kokos. Alle in Plastik.

Auch wenn du dich nicht vegan ernährst, ist ja völlig egal, denn das gilt ja auch für alle nicht-veganen Produkte. 

 

Zurück zu meiner Regel. Manchmal steht auf meinem Einkaufszettel Obst oder Gemüse, welches es aber nicht unverpackt gibt. 

 

Ja und dann?!?!

 

Ja dann, scheiß drauf!!!!!

 

Dann nehme ich halt ein Blumenkohl, statt Brokkoli oder denk mir ein anderes Gericht aus. 

 

Müssen wir wirklich zu jeder Zeit an jedem Ort ALLES haben, was wir wollen?

 

Mit dieser Einstellung nähren wir den Kapitalismus, wir nähren damit den Lobbyismus, wir nähren damit unser Ego, welches immer gieriger und zugleich unzufriedener wird. Wir unterstützen damit ein auf Konsum aufgebautes System. Wir regen uns doch sogar schon auf, wenn wir mal irgendetwas nicht sofort bekommen.

 

"Pffff.. die haben keine Gurken mehr am Samstagabend! Das geht ja gar nicht!!!!! Hier kauf ich nicht mehr ein."

 

Wir, jeder Einzelne von uns, ist verantwortlich für dieses umweltzerstörerische System und für die Ausbeutung von anderen Ländern, anderen Menschen, Tieren und der Natur.

 

Wir stützen dieses System und nur durch uns Konsumenten, kann dieses ausbeuterische System überhaupt bestehen!

 

Jedes Mal, wenn du Gemüse kaufst, welches in Plastik verpackt ist, steigerst du damit die Nachfrage genau danach. Und jedes Mal, wenn du Gemüse kaufst, welches unverpackt ist, steigerst du die Nachfrage nach unverpackter Ware. 

 

Mach dir das bewusst und mach mit bei meiner Regel! Sie ist wunderbar und so einfach. Fast schon befreiend. Das Sortiment ist kleiner, klar. Aber es ist immer noch soooooooooo viel mehr, als wir auch nur annähernd brauchen würden!

 

clip gedankenexperiment

 

4. Unverpackt-Laden

 

Finde heraus, ob es in deiner Stadt einen Unverpackt-Laden gibt. Auch wenn er etwas weiter entfernt ist, lohnt es sich z. B. einmal im Monat dort einen Großeinkauf zu machen und Grundnahrungsmittel zu kaufen. Wenn du eine Abstellkammer hast, kannst du sogar auf 3 Monate vorrätig einkaufen. 

 

Egal ob Grundnahrungsmittel wie Nudeln oder Reis, Süßigkeiten, Kosmetika oder Reinigungsmittel, man bekommt dort alles, was man braucht. Meistens sogar in Bioqualität.

 

Wenn dir Shampoo-Bits nicht gut gefallen, könntest du auch einfach deine alten Shampoo-Flaschen aufbewahren und sie hier neu auffüllen. 

Plastik Alternativen im Alltag

5. Werde zum Verpackungssammler.

 

Egal ob alte Gurkengläser, Plastiktüten (auch die kleinen fürs Gemüse!), Einweg-Plastikflaschen, stabile Plastikverpackungen von der letzen Essensbestellung - bewahre alles auf! 

 

Ich habe mittlerweile eine richtige Sammlung. Ich nehme Beutel mit zum Bäcker, damit er mir das Brot hineingeben kann. Ich habe eine Sammlung an kleinen Plastiktüten, die ich zum Obst und Gemüseeinkauf mitnehme. Wenn ich mir Essen zum Mitnehmen holen möchte, nehme ich Tupperware mit.

 

Man kann so viel Plastik einsparen, wenn man einfach nur mal darüber nachdenkt und sich bewusst macht, wie viel Plastik man eigentlich tagtäglich benutzt. 

 

Besonders Gläser sind dekorativ, um dort Lebensmittel aufzubewahren. Außerdem benötigst du viele Verpackungen, wenn du im Unverpackt-Laden einkaufen gehen willst. Das spart viel Geld, weil du ansonsten Vorort Verpackungen kaufen musst.

 

Ich kann dir auch empfehlen im Auto immer einen Beutel mit diversen gesammelten Verpackungen zu verstauen, falls du mal spontan unterwegs einkaufen gehst. 

 

plastik-vermeiden-reduzieren-tipps
meine kleine Penny nimmt ihre Tüten immer mit, wenn sie ihr "Geschäft" erledigen muss.

 

6. Kompostierbare Hundebeutel

 

Natürlich heißt es eigentlich "Hunde-Kot-Beutel", aber das Wort "Kot" gefällt mir so gar nicht. Wir Nord-Deutschen sagen auch gerne "Schietbüddel". Schon besser.

 

Ja, sie kosten etwas. Aber ganz ehrlich, können wir nicht bitte woanders sparen? Überlege mal, jeder Hund muss min. zweimal pro Tag sein großes Geschäft erledigen. Und es leben geschätzte 6 Millionen Hunde in Deutschland. 

 

Das macht dann 12 Millionen Plastiktüten am Tag und 84 Millionen Plastiktüten in der Woche.  NUR IN DEUTSCHLAND. Herzlichen Glückwunsch. 

 

Es gibt diverse Anbieter der kompostierbaren Tüten und du kannst sie im Internet bestellen. 

 

plastik vermeiden beim einkaufen

7. Werde zum Flohmarktgänger.

 

Tja, hier kannst du dann das nötige Kleingeld einsparen, welches du für die Schietbüddel bezahlen musst (*kicher*).

 

Und nicht nur das! Du sparst auch eine Menge Plastik und generell Verpackungsmaterial. Denn alles, was du auf dem Flohmarkt kaufst, ist automatisch verpackungsfrei! Schon mal darüber nachgedacht? Cool oder?

Moeglichkeiten Plastik zu reduzieren

Eine Sache möchte ich unbedingt noch loswerden.

 

Es geht nicht darum perfekt zu sein und immer alles richtig zu machen. Es geht darum, dass jeder sich Gedanken machen sollte, wie er etwas dazu beitragen kann diese Welt zu erhalten.

 

Wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und uns der Absurdität unseres Konsums bewusst werden, dann können wir wirklich etwas bewirken.

 

Du sollst nicht von heute auf morgen dein Leben ändern. 

 

Schau einfach erstmal, an welchen Stellen du nachhaltiger leben kannst, ohne dass es dir überhaupt große Mühe machen würde. 

 

Jeder kann sich selber fragen: "Wo kann ich etwas tun? Wo kann ich etwas verändern?" 

 

Sieh diese Veränderungen niemals als Einschränkungen, sondern immer als Bereicherung für dein Leben.  

 

 

Wake up, when you´re dreaming!

deine Jamila

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Kommentare: 2
  • #1

    Maria (Sonntag, 28 Oktober 2018 11:47)

    Sehr schön, das du dir so viele nützliche Gedanken machst. Ich bin sehr stolz auf dich! �

  • #2

    J. Ralf P. (Sonntag, 28 Oktober 2018 14:31)

    stimmt, man sollte ein Umdenken als Bereicherung und nicht als Last sehen!