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Wie ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe


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In diesem Text gebe ich euch einen Einblick in meinen beruflichen Werdegang. Und was ich anders gemacht habe, als die meisten Menschen, um mein Hobby zum Beruf zu machen.

 

Schon während des Abiturs wurde schnell klar, so einfach ist es mit der Berufsfindung nicht. Ich interessierte mich für alle möglichen Dinge, besonders Ernährung, doch mein Numerus Clausus reichte nicht für ein Studiengang in Ernährungswissenschaften.

 

Also begann ich erst einmal eine Ausbildung als Diätassistentin. Die Schule gefiel mir gut, ich hatte beste Noten, doch dann begannen die Praktikas. Ich gewann Einblicke in die Berufswelt in unterschiedlichen Institutionen. Das hatte ich mir alles anders vorgestellt.

 

Ich wollte die Menschen mit meiner Begeisterung für gesunde Ernährung anstecken, sie aufklären und inspirieren!

 

Doch die Realität sah ganz anders aus. Von Praktika zu Praktika wurde ich depressiver. Selbst die Praktikas, die als die besten angepriesen wurden, fand ich grauenvoll.

 

Sah so meine Zukunft aus? Nein, ich konnte es nicht ertragen und brach die Ausbildung ab. Dein erster Gedanke könnte sein:

 

“Naiv - keine Ausbildung ist ein Zuckerschlecken, man sollte es durchziehen und vielleicht danach studieren.”

 

Stimmt! Es ist sicher nicht falsch. Und solange man keinen anderen Plan hat, was man machen möchte, ist es auch sicher das Vernünftigste.

 

Allerdings kam ich während meiner Ausbildung erstmals mit Poker in Berührung. Als ich erfuhr, dass Poker eigentlich ein Geschicklichkeitsspiel, ein Denksport ist - und es Menschen gibt, die damit ihr Geld verdienen - kombiniert mit meiner Unzufriedenheit über die Berufsrealität einer Ernährungsberaterin, stand für mich mein neuer Weg fest.

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Bevor ich mein Hobby zum Beruf machen konnte, musste ich viele Widerstände überwinden und "gute" Ratschläge in den Wind schlagen.

Jeder war gegen mich - meine Familie entsetzt von meiner Entscheidung - aber ich hatte es mir in Kopf gesetzt Profipokerspielerin zu werden.

 

Die vielen pessimistischen Sätze und Fragen aus meinem Umfeld, wie:

 

  • "Das ist kein Beruf, das ist nur ein Spiel."
  • "Selbst wenn es ein Beruf wäre, es ist kein anerkannter Beruf."
  • "Was willst du auf die Frage, was du beruflich machst, antworten, wenn dich das Vermieter und Co. fragen? Du wirst nicht mal eine Wohnung finden."
  • "Du wirst keinerlei Sicherheiten haben, du weißt nie wie viel du verdienst und ob du überhaupt etwas verdienst." 

 

ließen mich zwar hin und wieder zweifeln, brachten mich aber nie von meinem Weg ab.

 

Ich dachte mir: “Ich habe die Chance, mein Leidenschaft, meine Hobby zum Beruf zu machen, also fuck you all, ich mache das.”

 

Ich habe so fest daran geglaubt, als wäre es eine Tatsache, dass ich das einmal machen werde und dass dies völlig außer Frage steht. Und Glaube versetzt Berge.

 

Das ist kein abgedroschener Spruch.

 

Nehmen wir doch spaßeshalber einfach mal Donald Trump als Beispiel. Dieser Mann ist dermaßen von sich überzeugt! Er glaubte so fest daran Präsident der USA zu werden, dass er das tatsächlich geschafft hat. Diese eine Sache müssen wir ihm lassen und diese eine (bitte nur diese eine) Sache, können wir von ihm lernen.

 

Heute weiß ich, ich hatte leider keine Ahnung vom Pokern, es war so als wäre ich hin und wieder Bobbycar gefahren und mein Ziel war es Formel 1-Fahrerin zu werden.

 

Ich habe Jahre gebraucht, bis ich davon leben konnte. Ich habe sehr viele Fehler gemacht, unter anderem musste ich Disziplin lernen. Selbstständig zu sein, sich seine Zeit selbst einzuteilen, verleitet in den Mitt-Zwanzigern sehr dazu einfach lieber bis in die Morgenstunden zu feiern, anstatt zu arbeiten.

 

Dass das Spiel ein extrem komplexes ist, ein hohes Maß an mathematischem und logischem Verständnis, Disziplin und ständiger Weiterbildung erfordert, dämmerte mir erst so nach und nach, da ich immer und immer wieder auf die Schnauze viel. Ich musste es auf die harte Tour lernen.

 

Teilweise musste ich meine Miete wirklich zusammenkratzen und ich war zweimal an dem Punkt mir Geld leihen zu müssen, weil ich komplett pleite war.

Als Pokerspieler ist es besonders dramatisch pleite zu sein, denn du brauchst Kohle, um zu investieren. Um Geld zu gewinnen, musst du Geld einsetzen.

 

Ja, viele Male bin ich auf die Schnauze geflogen, aber ich bin immer wieder aufgestanden.

 

Ein weiteres sehr schwieriges Thema war für mich die stark männerdominierte Pokerszene. Als ich mit Poker anfing war ich in der deutschen Szene die einzige weibliche Pokerspielerin. International sind es vielleicht 5% weibliche Profispielerinnen. Die Tendenz steigt mittlerweile.

Es war nicht nur mein Gefühl, dass ich nicht respektiert und belächelt wurde.
Es wurde gelästert und abwertend geredet, nicht von allen, aber von vielen. 
Ich hatte immer das Gefühl mich besonders beweisen zu müssen, was mich lange daran hinderte richtig erfolgreich zu werden.

Je mehr ich darauf pfiff, was andere über mich denken und je weniger ich nach Anerkennung suchte, desto erfolgreicher wurde ich. Und desto mehr wurde ich witzigerweise respektiert.

 

Es gibt immer noch viele Männer, die meinen Frauen könnten nicht pokern. Sie sagen es nicht unbedingt direkt, aber man spürt es deutlich.

 

 Ich scheiße schon lange auf diese sexistischen Loser. 

 

Es passiert teilweise noch immer, dass ich von Pokerspielern mit so einem ungläubigen Grinsen auf dem Gesicht gefragt werde, ob ich eine Profispielerin sei, nachdem sie z. B. länger mit mir am Tisch sitzen oder es irgendwo gehört haben.

 

Ich beneine das gerne und erfinde irgendeine Story. Wie zum Beispiel, dass ich einen steinreichen Russen als Mann habe, der mich ins Turnier gesteckt hat, damit ich beschäftigt bin, während er spielt. *lach*

 

Naja, wie dem auch sei - letztendlich habe ich mich dann insgesamt doch ganz gut angestellt. Habe das Geld gut zusammengehalten. Habe alles, was ich übrig hatte, in Coachings investiert, die wiederum dazu führten mehr Geld zu verdienen. Habe unzählige Stunden mit dem Lernen der Theorie verbracht und nur die Limits gespielt, die ich schlagen konnte.

 

Besonders wichtig war auch mir ein Netzwerk aufzubauen. Diverse Skype-Channels deutsch- und englischsprachiger Pokerspieler im Bereich Verkauf- und Investitionsmöglichkeiten, Pokertheorie aber auch Freizeit. Wer ist wo und wann in welchem Land? Ich verknüpfte mich mit wichtigen Leuten.

 

Connection ist alles im Beruf, auch heute noch im Zeitalter des Internets und des digitalen Arbeitens.

 

Ich lernte von denen, die bereits geschafft hatten, was ich erreichen wollte. Und so habe ich es geschafft, mein Hobby zum Beruf zu machen und eine erfolgreiche Profipokerspielerin zu werden. Etwas, auf das ich sehr stolz bin in meinem Leben und was mir ein hohes Maß an Zufriedenheit und Freude gibt.

 

Erfahre hier: Meine 9 Tipps dazu, wie auch du dein Hobby zum Beruf machen kannst.

 

Und - nachdem du nun meine Geschichte kennst, möchtest du auch dein Hobby zum Beruf machen? Und was hindert dich daran - welche Ängste, Sorgen oder Einwände deine Familie und Freunde? Hinterlasse mir doch einfach ein Kommentar und erzähle mir von deine Geschichte - ich freue mich auf deine Nachricht!

 

 

Wake up, when you`re dreaming!

eure Jamila

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Kommentare: 1
  • #1

    Maria (Montag, 28 Mai 2018 16:51)

    Du hast es uns allen bewiesen, das man es schaffen kann, wenn man fest daran glaubt.