Corona - die Spaltung der Gesellschaft durch Covid-19

 

Ich habe solche Angst und sie treibt mich an. Es ist nicht die Angst vor dem Virus selbst, obwohl ich zur Risikogruppe gehöre. Ich habe Angst davor meine Meinung zu äußern und davor, was hier gerade in Deutschland und in Teilen der Welt abgeht.

 

Ich wache jeden morgen auf mit einem zugeschnürten Hals, obwohl sich in meinem Leben kaum etwas verändert hat. Ich arbeite schon immer von zu Hause aus, bin grundsätzlich sehr viel zu Hause und habe sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen. Doch der feine Unterschied ist, dass es immer meine eigene Entscheidung war. Sollte diese Entscheidung, die mir abgenommen wurde, gerechtfertigt sein, dann bin ich im Reinen und die Angst verschwindet. Doch warum fühlt es sich ganz und gar nicht so an?

 

Ich bin keine Virologin und keine Expertin und genau deswegen, weiß ich nicht, wie gefährlich dieses Virus ist und ob diese tiefgreifenden Maßnahmen in unsere Freiheit gerechtfertigt sind. Was ich aber tun kann und wozu ich mich verpflichtet fühle, ist mich zu informieren. Und eines weiß ich, denn das habe ich in meinem Soziologie Studium gelernt: Um sich gut zu informieren, muss man so viele Quellen wie möglich heranziehen. So viele verschiedene Sichtweisen und Perspektiven ansehen und natürlich in diesem Fall die Meinung so vieler verschiedener Experten auf ihrem Gebiet (Virologen, Epidemiologen, Humanmediziner etc) vergleichen.

 

Sind es nicht genau Zeiten wie diese, die genau das von uns fordern? Ich glaube die Aufmerksamkeit der Bürger, war nie gefragter als jetzt. Aber bis jetzt erlebe ich genau das Gegenteil. So viele glauben blindlings alles, was ihnen die Medien erzählen, aber viel schlimmer noch: Jeder, der kritisch hinterfragt, wird diffamiert oder gar beschimpft.

 

Die Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in:

 

"Die Gutmenschen":

  • Die Menschen, die jeden, der kritische Fragen stellt als "Egoisten, Esoteriker oder sogar Massenmörder" deklariert.
  • die jeden Tag #stayathome posten
  • und die, absolut jegliche Maßnahme als gerechtfertigt sehen oder gar nicht bemerken oder hinterfragen wie tiefgreifend diese Maßnahmen sind.

Diese Menschen meinen es offensichtlich einfach nur gut, sie haben gehört/gelesen, dass Menschenleben gefährdet sind und danach haben sie aufgehört sich zu informieren oder die Scheuklappen aufgesetzt.

Problem:  Dass sie sich nicht fragen, wie gefährlich all das ist, was jetzt gerade, unabhängig vom Virus, auf der Welt passiert und sie nicht erkennen oder nicht sehen wollen, wie viele Menschenleben nun durch die Panikmache und die wirtschaftlichen Quarantäne Folgen gefährdet werden.

 

“Die Verschwörungstheoretiker”: 

  • Die Menschen, die in der Corona Sache einen riesigen Komplott sehen.
  • Covid-19 ist im Reagenzglas entstanden, um uns vor dem Ausbau des 5G als militärische Waffe abzulenken oder ganz klar- Bill Gates steckt hinter all dem! Oder so ähnlich, hehe.

 

Auch diese Menschen meinen es natürlich nur gut. Sie machen sich genauso Sorgen um diese Welt, wie die “Gutmenschen”.

Das Problem hier: Durch die teils wilden Verschwörungstheorien, bestätigen sie die “Gutemenschen” noch in ihrer Annahme, dass jeder, der nicht blind dem Staat und dessen Maßnahmen vertraut, ein verrückter esoterischer Verschwörungstheoretiker ist. Sie machen es Menschen, die wirklich schlagkräftige Argumente bringen, dass die Daten irreführend verlautet werden und/oder die ergriffenen Maßnahmen gegen Covid-19  nicht gerechtfertigt sind, schwerer ihre Glaubwürdigkeit zu wahren. 

 

“Die stillen Beobachter”:

  •  Die Menschen, die lieber gar nichts zu dieser ganzen Sache sagen.
  • Egal wie ihre Meinung auch aussieht, sie trauen sich nicht ihr Meinung zu äußern oder sie sind sich bewusst darüber, dass es nur Konflikte oder “Ärger” gibt, wenn sie etwas sagen.
  • Sie halten sich selbstverständlich (so wie übrigens alle Parteien) an die Regelungen und sehen damit ihren Teil getan. Sie hoffen einfach, dass alles schnell vorüber geht. 

Das Problem hier: Egal ob ihr Stillsein auf Desinteresse oder auf der Scheu vor Konflikten beruht, es führt dazu, dass sich letztendlich nichts tut. Wir alle befinden uns gerade in einer Extremsituation und wir müssen darüber reden- aus verschiedensten Gründen.

 

Natürlich können wir nicht alle Menschen in diese "Kategorien" stecken, aber noch nie ist mir eine solch starke Spaltung aufgefallen wie derzeit und es beunruhigt mich.

 

Die “Gutmenschen” und die “Verschwöris” gehen sich wie nichts Gutes an die Gurgel und was entsteht am Ende daraus: noch mehr Spaltung und Streit.

Aber vor allem verlieren wir das Wesentliche aus den Augen, nämlich wie kommen wir alle am besten wieder aus dieser Situation heraus - mit dem Anrichten des kleinst möglichen Schadens in jeglicher Hinsicht. 

 

Bevor wir überhaupt der Wahrheit auf den Grund gehen können, müssen wir uns alle erst einmal wieder öffnen. Egal welche Meinung wir vertreten, lasst uns alle aufeinander zugehen, mit Verständnis, einem offenen Ohr für den anderen und mit einem klaren Verstand. Und dann könnten wir alle gemeinsam zu “den Kritikern” heranwachsen.

Zu offenen, nicht voreingenommenen Kritikern, die die richtigen Fragen stellen.

Und kritisch sein, das sollten wir gerade, davon bin ich überzeugt. 

 


Ich empfehle 1 Video (nicht Mainstream, denn diese Sichtweise kennen wir bereits ALLE.) von Prof. Sucharit Bhakdi, einer bis dato angesehensten und meist zitiertesten Fachärzte für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie - "Offener Brief an Frau Merkel".

 

Und 1 Podcast des Virologen Prof. Dr. Carsten Scheller, der auch aktuell gerade Daten auswertet und der alternative Möglichkeiten zu den aktuellen Maßnahmen aufzeigt (sehr interessant). 

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Kommentare: 2
  • #1

    Icey (Montag, 30 März 2020 16:36)

    Hallo Jamila,
    Erstmal eine Danke für das Teilen deiner Gedanken. Ich bin mir auch nicht sicher, ob und wie ich mit der jetzigen Situation umgehen soll. Nur hat sich die Lage in meinem persönlichen Umfeld drastisch geändert. Mein Eltern haben Covid-19 in unterschiedlichen Auspägungen. Mutter milde und Vater liegt im KH. Kollege meines Vaters ist letzte Woche an den Folgen gestorben und war nich signifikant älter als ich.

    Was wir jetzt tun, tun wir ja nun auch nicht für uns persönlich, vielmehr für die Risikogruppen. Ich leite ein Seniorenheim mit 120 Bewohner und habe viel mehr Angst um die, als um mich. Ich bekomme sowohl einen persönlich/familiären Einblick, wie auch einen professionellen/beruflichen. Ich mach mir ebenso Sorgen um die Wirtschaft in Verbund mit unserer bisherigen gesellschaftlichen Herangehensweise, ohne leider jedoch bisher eine Lösung für mich gefunden zu haben. Dabei spielt für mich die Herkunft und der Auslöser nur eine untergeordnete Rolle, da ich es nicht ändern kann. Persönlich halte ich die bisherigen Maßnahmen für gerechtfertigt, was mir allerdings fehlt sind konkrete Ziele.
    Ist ein wenig wie bei der Fussball WM, wo wir alle auf einmal alles besser wissen als Jogi...schwierig. Im Moment vertraue ich auf unsere Regierung und meinen gesunden Menschenverstand und bin froh, dass ich nicht in Polen lebe, wo gerade die Situation für weitreichende und undemokratische Veränderungen genutzt wird. In diesem Sinne, bleibt alle gesund!

  • #2

    Jamila (Montag, 30 März 2020 22:27)

    Hi Icey! Zunächst einmal wünsche ich deinem Vater eine schnelle Genesung! Ich finde es ganz bewundernswert und beeindruckend, dass du selbst in dieser Situation einen so kühlen Kopf bewahrst! Ich selber kenne ebenso nicht die perfekte Lösung und der einzige Grund, warum ich diesen Artikel geschrieben habe, ist an die Menschen zu appellieren, in dieser Zeit gut miteinander umzugehen, sich ausführlich zu informieren und achtsam zu sein. Atemschutzmasken könnten vielleicht eine Lösung sein, denn auch wenn sie sehr umstritten sind, beweist Japan, dass sie gut funktionieren, um zumindest andere nicht anzustecken, wenn man Träger des Virus ist (und selbst, wenn es nicht so ist, kann es ja nicht schaden) Du scheinst wahnsinnig gut mit der ganzen Situation umzugehen und ich glaube nicht, dass du dir Gedanken machen müsstest, dass du irgendetwas falsch machst! Ich wünsche dir viel Kraft in dieser Zeit und vielen Dank für dein Kommentar!